Guerrilla Marketing - Marketing Kampf oder Taktik?

Guerrilla Marketing ist längst in aller Munde und eine beliebte Marketingstrategie nicht nur bei Werbefachleuten. Woher stammt der Begriff, was genau macht diese Strategie aus und warum ist sie so beliebt?

Erfahren Sie im folgenden Artikel, warum Guerrilla mehr als eine Kriegstaktik ist und welche Bedeutung Guerrilla Marketing zugeordnet wird.

Der Begriff selbst stammt aus dem Spanischen und steht für Kleinkrieg. Den Ursprung hat Guerrilla als Taktik bereits in der Zeit der Antike. Damals eroberten die Israeliten Kanaans. Die Gegner wurden mit einer Störungstaktik verwirrt. Der eigentliche Guerrillabegriff wurde im spanischen Unabhängigkeitskrieg in den Jahren von 1807-1814 geprägt. Die spanischen Heerscharen galten längst als besiegt, als sie sich zu kleinen Gruppierungen zusammenschlossen. Diese kleinen, unkontrollierbaren Truppen wurden zum wirksamen Mittel gegen Napoleon. Nicht nur an dieser Stelle wurde Guerrilla erfolgreich eingesetzt. Zahlreiche Kriegsherren wie auch Mao Tse-tung, Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas, verwendete nahezu 30 Jahre Guerrilla Taktiken zur Unterdrückung und im Kampf gegen seine Feinde. Bekanntester Namensgeber ist wohl sicherlich der Kubaner und Revolutionär Che Guevara. Che Guevara veröffentlichte im Jahre 1960 sogar ein Buch zum Thema Guerrilla, das weltweit zum Buchverkaufsschlager wurde und somit den Grundstein für die historische Entwicklung auch für das Guerrilla Marketing legte.

Die Überlegungen von Che Guevara werden jedoch auch heute noch ins Marketing übertragen. In seinem Buch spricht er vom Kampf kleiner Gruppen mit wenigen Kräften gegen große Übermächte, die eigentlich nicht zu besiegen sind. Er nutzt den bewussten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen gepaart mit ungewöhnlichen und schnellen Reaktionen, die häufig aus dem Hinterhalt heraus den Gegner überraschten. Eben jene Strategie kommt genauso im gleichnamigen Guerrilla Marketing zum Einsatz. 1965 machten sich Forscher einer Uni in den USA auf, um neue Märkte zu erobern. Dabei ging es in erster Linie darum, kleineren Unternehmen ein wirksamens Mittel für Werbezwecke in die Hand zu geben. Damals wurden diese Taktiken nicht als reines Marketingmittel gesehen, sondern als Angriffsmöglichkeit gegen Wettbewerber. Wertvolles Hilfsmittel waren zu dieser Zeit zum Beispiel Verfahren und lange Rechtsdiskussionen mit Konkurrenten, um diese in den wirtschaftlichen oder finanziellen Ruin zu treiben. Der unliebsame Konkurrent wurde bewusst attackiert und ausgeschaltet. Das erste schriftliche Werk zum Guerrillamarketing verfasste Jay Conrad Levinson 1983 und ging damit als Guerrilla-Pionier in die Geschichte ein.

04. Dezember 2009