Berufsbegleitende Weiterbildung ein Leben lang
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Heute bedeutet diese Weisheit, dass wir ein Leben lang berufsbegleitende Weiterbildung praktizieren, um den Anschluss an den Wissensfortschritt zu halten.
Wer heute um die sechzig Jahre alt ist, hat es aus eigener Erfahrung erlebt. Nur lebenslanges Lernen und berufsbegleitende Weiterbildung stellen sicher, dass man auch vierzig Jahre nach Beendigung der Schulzeit noch mithalten kann. Vor vierzig Jahren waren elektrische Schreibmaschinen etwas sehr Modernes, stationäre Telefone und Telexapparate stellten neben der Briefpost die Kommunikation zwischen Menschen und Firmen sicher. Die ersten Schreibapparate mit Speichermedien waren laute Ungetüme, die ersten Personal Computer wahre Wunderwerke. Aber mit allen Neuerungen kam man nur klar, wenn man sich ernsthaft für eine berufsbegleitende Weiterbildung interessierte.
Dies war insbesondere für Menschen notwendig, deren Arbeits- und Berufsfelder durch die Modernisierung von Produktionsanlagen oder deren Verlagerung ins Ausland Schritt für Schritt verschwanden. Das galt für Bergleute wie für Textilarbeiter und -arbeiterinnen, auch Bürokaufleute sahen sich durch den Computer massiven Veränderungen in ihrem Arbeitsleben ausgesetzt. Nur wer berufsbegleitende Weiterbildung in dieser Zeit ernst genommen hat, hatte gute Chancen, sich bald wieder in neue Arbeitsfelder hineinzufinden und dort erfolgreich zu arbeiten.
Träger der berufsbegleitenden Weiterbildung sind private Institute - häufig im öffentlichen Auftrag -, Volkshochschulen, Bildungseinrichtungen der Kirchen und der Industrie- und Handelskammern. Auch Universitäten haben erkannt, dass sie mit ihrer Kompetenz wertvolle Hilfestellungen geben können, wenn es um die Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern geht. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern auch Anreize, an solchen Maßnahmen teilzunehmen, damit die Belegschaft gut vorbereitet auf Modernisierungen im Betrieb ist. Da sich Wissen heute um ein Vielfaches schneller als früher entwickelt und verbreitet, ist immer mehr Spezialwissen in Entwicklung und Produktion gefragt. Aber auch administrative Bereiche verlangen, sich ständig weiter zu bilden. Wer nur das Telefon aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kennen würde, käme heute mit den modernen Kommunikationsmitteln nicht mehr klar.
Jugendliche müssen verstehen, dass sie bereits in der Schule lernen müssen, in der Lage zu sein, selbstständig weiter lernen zu können. Wer sich in jungen Jahren nicht damit vertraut gemacht hat, wie man sich Wissen aneignet und wie man es nutzt, wird im Berufsleben kaum noch in der Lage sein, sich diese Fertigkeiten anzueignen.